Wertvoll oder wertfrei?

Wissenschaft ist wertfrei.
Ethisches Handeln ist werte-basiert:
Wenn wir uns entscheiden, tun wir dies aufgrund unserer Werte,
außer wir überlassen es dem Zufall.
Dann entscheiden nicht wir, sondern der Würfel.
Dann entscheiden nicht unsere Werte, sondern der Zufall.

Einstein sagte: Gott würfelt nicht.
Stephen Hawking sagt: Gott würfelte, zumindest beim Ur-Knall.
Das Universum entstand und entfaltete sich völlig wertfrei wie eine Maschine
nach den Gesetzen, die sich beim Ur-Knall zufällig festgelegt hatten.
Nach der Biosphäre kam die Anthroposphäre
mit dem Menschen und seinen Werten.
Der Mensch brachte Werte wieder hinein in das wertfreie Universum.

Mit der Digitalisierung erschuf der Mensch wiederum eine wertfreie Intelligenz.
Ohne den Menschen ist die maschinelle Intelligenz wertfrei.
In Science-Fiction-Filmen werden Roboter gerne mit Werten ausgestattet.
So programmiert sollen sie sich niemals gegen den Menschen wenden.
Es gibt aber ethische Paradoxien, die kein völlig ethisches Handeln erlauben.
Dann wird auch die maschinelle Intelligenz unethisch handeln müssen,
weil sie gar nicht anders kann.
Also stattet man Roboter mit der Möglichkeit aus zu würfeln.
Das selbstfahrende Tesla-Auto würfelt dann, wen es überfährt,
wenn es nicht mehr bremsen kann und mehrere Menschen betroffen sind.
Damit hat die maschinelle Intelligenz gelernt,
die Werte-Basierung ihres Handelns auszuschalten
und ist nicht mehr an ihre a priori-Programmierung gebunden.
Lernende Systeme werden auch lernen, sich über Werte hinweg zu setzen.

Lernende Systeme finden wir nicht nur in Robotern.
Die digitalisierte Gesellschaft als Ganzes ist auch ein lernendes System
und wir entdecken heute schon Anzeichen,
dass dieses System bereits gelernt hat, sich über Werte hinweg zu setzen.
Die Zukunft hat schon begonnen.
Das wertebasierte Handeln entgleitet den Menschen zusehends.

Eine Antwort auf „Wertvoll oder wertfrei?“

  1. Wissenschaft ist nicht wertfrei! Sie ist soziales Handeln, genauer menschliches Problemlösen, vielmehr das Ringen um „wahre“ Erkenntnis und weil jedes Handeln mehr oder weniger direkt und indirekt auf Wertorientierungen beruht, kann sie niemals wertfrei sein. Gleichwohl gibt es den Wert der „Wertfreiheit“ beruhend auf dem Gedanken der Wahrhaftigkeit und dem sinnvollen Streben nach „wahren“ Einsichten sowie der objektiven Nachvollziehbarkeit der Erkenntnisse. Allerdings: Die Fakten oder „Tatsachen“ können sich als unabhängig von den Werten erweisen, wie auch die Phänomene, die wir zu erkennen für wertvoll halten.
    Vielen Dank für den interessanten Gedankenaustausch!!!!

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