Der Dreissprung der Digitalen Gestaltung

Technologie alleine reicht nicht: Technologie in den Klassenraum zu pumpen, ohne etwas an der Didaktik zu ändern, hieße alten Wein in neue Schläuche zu gießen:
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Quelle: Vortrag von Jörn Loviscach, Keynote auf dem E-Learning-Tag der TUM, 19. März 2015, Gesamtliste aller Videos, samt Suchfunktion:
http://www.j3L7h.de/videos.html

Technologie alleine bringt es nicht. Z.B. Videos statt Vorlesung: Erste Auswertungen zeigen, dass Flipped Classroom kombiniert mit traditionellen Klausuren im alten Stil noch nichts am Lernerfolg verändert.

Vortrag von Jörn Loviscach auf Youtube:

Technologie ist nur der Ermöglicher für Neues. Was das Neue ist, muss aktiv angegangen, entschieden und konstruiert werden:

Das Digitale muss aktiv gestaltet werden.

An erster Stelle steht schnellere, umfassendere, vielgestaltige [*] Information und sofortige Kontrolle der Lernschritte mit Quizzes. (Anm. [*]: Statt Multimedia sagen wir besser „Vielgestaltigkeit“. Es geht nicht um „Klicki-Bunti„, sondern die bessere Unterstützung, bessere Bedienung, besserer Service für die vielen heterogenen Lernwege, Bildungsbiographien, Lerntypen, Lerngewohnheiten.)

Loviscach hat folgende interessante Definition von „Blended Learning„: Blended Learning heißt in seiner Lesart Arbeitsteilung zwischen Mensch und Computer. Manches kann der Computer besser. Anderes kann der Mensch besser. Also kommt es auch den richtigen Mensch-Computer-Mix an. Hochschule 2.0 gestalten heißt demnach, diesen Mix zu optimieren. Wenn man das Gefühl hat, die Probleme wachsen einem über den Kopf, dann ist man wahrscheinlich in alten Denkmustern stecken geblieben und nutzt die neuen Chancen nicht.

An zweiter Stelle steht bereits intensivere Kollaboration: „Technology in classrooms isn’t the next step; collaborative class culture is.“ see Blog of Justin Chando, the Founder and CEO of Chalkup, a next-generation learning management system. https://chalkup.co

„Gemeinschaftliches Lernen, also das gemeinsame und zielgerichtete Lernen, Denken und Arbeiten in einer Gruppe, ist Kollaboration. Und Kollaboration ist gemeinschaftliches Lernen, da die beteiligten Personen sich in einem Prozess des Austausches und der Reflexion befinden.“ Eisfeld-Reschke, J., Kretschmer, L. M. M., & Narr, K. [2013].
Digitale Kollaboration im Kontext des Lernen – Voraussetzungen, Herausforderungen und Nutzen. Lernen in der digitalen Gesellschaft – offen, vernetzt, integrativ. Abschlussbericht, 60-66.)

Ohne Einbettung in eine gerichtete Weiterentwicklung werden die Effekte der Einzelschritte verpuffen wie bei der Braunschen Molekularbewegung: Ein Schritt vor, zwei Schritte zurück, hin und her. Zusätzlich ist Orientierung gefragt. Die Einbettung in Innovationsprozesse und Wertschöpfungsstrukturen ist erforderlich, um den vielen Einzelschritten eine Gesamtrichtung zu geben und aus den Einzelaktivitäten ein Gesamtergebnis zu erzielen, etwas, auf das man hinterher als Gemeinschaft stolz sein kann.

Wertschöpfungsstrukturen sind Orientierungsstrukturen.

Hochschulen müssen also drei Sprünge meistern:

  • (1.) kollaborationsbefähigende digitale Technologie im Unterricht fördern und fordern
  • (2.) Intensivierung der Kollaboration durch Digitalisierung fördern und fordern
  • (3.) Digitalen Staffellauf organisieren: Innovative Wertschöpfungsstrukturen und Wertschöpfungsprozesse entstehen nicht von alleine. Die Teilnehmer sollten mindestens wissen, dass sie an einem Staffellauf teilnehmen.

Damit sind wir beim Dreisprung der Digitalen Gestaltung:

Der Dreisprung der Digitalen Gestaltung:

Mit digitaler Technologie (1)

digital kollaborieren (2)

für digitale Wertschöpfungsprozesse (3)

In den meisten Wertschöpfungsprozessen liegt eine relativ enge Kopplung der Teilnehmer in einem gemeinsamen, getakteten Prozess vor. Die Teilnehmer müssen sich untereinander abstimmen, aufeinander verlassen und vertrauen. Die Einhaltung von Deadlines und das Liefern von Meilensteinen sind dabei erforderlich. Davon machen die getakteten MOOCs (edX, Coursera) Gebrauch.

Das Internet erlaubt aber auch Wertschöpfungsprozesse mit loser Kopplung. Harold Jarche ist der Erfinder des PKM-Dreischritts „Seek – Sense – Share“ für Personal Knowledge Mastery (PKM):
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Quelle: http://jarche.com/2012/03/the-pkm-value-add/

Ein wichtiger Grundsatz von Harold Jauche lautet:

Es ist kein PKM,

wenn kein Mehrwert generiert wird.

Copy-Paste-Verhalten, die Krankheit der Digitalisierung, würde damit geheilt.

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Quelle: http://jarche.com/2012/03/the-pkm-value-add/

Jane Heart wendet diese Methode mit Web 2.0-Werkzeugen wie folgt an:
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Quelle: https://www.pinterest.com/pin/332773859938845809/

Ungetaktete MOOCs sind ebenfalls lose gekoppelt. Beispiel Udacity: Als Lernender in einem Udacity-MOOC arbeitet man mit Leuten aus aller Welt zusammen, ohne sie vorher kennen gelernt und Vertrauen aufgebaut zu haben. Wenn dann ein Mitlernender aus unbekannten Gründen plötzlich weg ist, geht der Wertschöpfungsprozess trotzdem weiter.

Schließlich ist weltweite Forschung ein lose gekoppelter Wertschöpfungsprozess. Und welchen anderen Auftrag haben Universitäten, als zur Teilhabe daran zu befähigen? Das Neue unserer Zeit mit ihrer Explosion an disruptiven Technologien ist, dass man viel früher, viel leichter, in vielen kleinen Zwischenschritten daran teilhaben kann.

Die meisten Studierenden werden jedoch später nicht in der Forschung arbeiten, sondern als hochqualifizierte Wissensarbeiter am weltweiten Wertschöpfungsprozess der digitalen Innovation teilhaben, an der großen digitalen Wende. Damit schließt sich der Kreis: Das Digitale muss nicht nur in den Hochschulen aktiv gestaltet werden, sondern überall in der Gesellschaft.

Der neue Auftrag der Hochschulen lautet daher, seine Absolventen zur Teilhabe an der Gestaltung des Digitalen zu befähigen. Das können die Hochschulen am besten, indem sie im eigenen Hause damit anfangen.

Lerntheorien sind keine Theorien.

Was ist eine Theorie? Eine Theorie ist eine Menge von konsistenten Sätzen, die immer gelten, also allgemeingültig sind (Man sagt auch „Tautologien“). D.h. ein einziges Gegenbeispiel zu nur einem Satz aus einer Theorie reicht aus, um die Theorie zu kippen, d.h. zu widerlegen. Das ist ein hoher Anspruch, den die Logik an Theorien stellt. Werden Lerntheorien diesem Anspruch gerecht? Können Lerntheorien überhaupt diesem Anspruch gerecht werden? Nein, denn Menschen sind verschieden und es gibt so viel verschiedene Lernwege, -zugänge, -praktiken, -typen, dass man immer zu jeder Lerntheorie Ausnahmen und Gegenbeispiele finden kann. Lerntheorien sind daher niemals allgemeingültig und können folglich keine Theorien im strengen logischen Sinne sein.

Kurz: Lerntheorien sind keine Theorien.

Lerntheorien sind lediglich Sichtweisen, mit denen man auf den Lernprozess schauen und diesen modellieren kann. Es handelt sich um kognitive Brillen, Färbungen, Voreingenommenheiten (engl. bias) oder gar Ideologien.

In Wikipedia heißt es generell zu Lerntheorien unter dem Abschnitt „Kritik“:
Die Kritiker der Lerntheorien nennen zwei wesentliche Punkte:[3] Zum einen weisen sie darauf hin, dass Lerntheorien nur abgeschautes / nachgemachtes Verhalten erklären können. Es gebe daher keine Erklärung für neues Verhalten, also für Innovation oder Kreativität. Zusätzlich handele es sich bei der Mehrzahl der beobachteten Lernvorgänge um die Verstärkung von Leistungen, die einen Mangelzustand (z. B. Hunger oder Durst) ausgleichen sollen. Kritiker sehen das volle Potenzial des Menschen aber erst dann verwirklicht, wenn übergeordnete Motive angestrebt werden (z. B. Streben nach Selbstverwirklichung). Diese werden – so die Kritiker – bei den Lerntheorien außer Acht gelassen. Einige der Einwände werden redundant, wenn die rein lerntheoretischen Ansätze um kognitive Prozesse erweitert werden, so etwa Banduras sozial-kognitive Lerntheorie.
Der
kritische Rationalismus hält die einschlägigen Lerntheorien für schlichtweg unvollständig. Demnach besteht der eigentliche Lernprozess, den die einschlägigen Lerntheorien übersähen, in Wirklichkeit aus freier Setzung plus kritischer Prüfung. Sie beschrieben lediglich den Vorgang, durch den eine einmal so gelernte Theorie vom Bewusstsein in das Unterbewusstsein verlagert werde, so dass z.B. eine erlernte Tätigkeit unbewusst und auf Abruf ausgeführt werden könne.

„Selbstorganisiert“ und „Lernen“ (im Sinne von abgeschautem / nachgemachtem Verhalten) stehen (ab einem gewissen Schwellwert der Freiheit der Selbstorganisation) bereits im Widerspruch.

Selbstbestimmtheit ist mehr als Selbstorganisation. Bei Selbstorganisation beschränkt man das Selbstbestimmte lediglich auf das Organisatorische. D.h. Ziele werden festgeschrieben und der Lerner darf lediglich selbst organisieren, wie er das Ziel erreicht. Ob er dann dazu noch Lust hat?

2015 Hochschultrends

Landkarte der 2015-Hochschultrends

Bildquelle: Johnson, L., Adams Becker, S., Estrada, V., and Freeman, A. (2015). NMC Horizon Report: 2015 Higher Education Edition. Austin, Texas: The New Media Consortium. [CC BY 4.0] (vergrößern)

 

Was die meisten Schulen einem NICHT beibringen

In dem Video „Was die meisten Schulen einem NICHT beibringen
erklärt Mark Zuckerberg, dass sein Studienziel
NICHT die „Beherrschung“ einer Wissenschaft war,
sondern etwas tun zu können,
überhaupt etwas anfangen zu können,
etwas Einfaches praktisch machen zu können,
was Spaß macht, ihm selbst und seinen Geschwistern.

Er schrieb ein kleines Programm
und fügte immer nur eine Kleinigkeit hinzu.
Wenn etwas neu war,
hat er sich in einem Buch oder im Internet darüber informiert.
So kam eines zum anderen.
Sein Wissen wuchs mit seinem Programm.

https://www.youtube.com/watch?v=Q0z-C8Ke2FQ

Viele kleine Schritte, die Spaß machen,
weil jeder Schritt klein und überschaubar ist
und man nicht mit monströsen Überbauten
(die eigenen übertriebenen Wunschvorstellungen
oder Vorstellungen der anderen)
zu kämpfen hat.

Das ist in der Softwareentwicklung
kennzeichnend für „Agile Methoden„,
die sich gegenüber „Big Design Upfront“ immer mehr durchsetzen.

Aus den praktischen Erfahrungen und Erkenntnissen
der Softwareleute kann man auch für das Lernen lernen:
Agiles Lernen„.

Was ist Programmierung?

Was ist Programmierung?
Erste, naheliegende Antwort: „ein Programm schreiben“.
Da ist diese doofe Maschine
und man muss ihr haarklein vorschreiben,
in welcher Reihenfolge sie was zu tun hat.
Was für eine stupide Tätigkeit!

In seinem Vortrag „The Future of Programming
warnt Bret Victor davor, sich mit den oberflächlichen
Antworten zufrieden zu geben:

„Das Gefährlichste, was Dir passieren kann,
ist, dass Du glaubst zu verstehen was Du tust.“

Selbst wenn man Programmieren erfolgreich
gelernt hat, besteht immer noch die Gefahr
der zu frühen Fixierung auf das zu kleine Verstehen,
oder der zu frühen Fixierung auf die zu kleine Meisterschaft.
Dann entgeht einem der Reichtum der vielen anderen Aspekte:

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Selbst wenn man sich in die Tiefen der Programmiersprachenparadigmen begibt, begegnet man noch einer Fülle unterschiedlicher Betrachtungsweisen:
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Es handelt sich also nicht um wissenschaftliche Wahrheiten,
sondern um Sichtweisen.

Wenn eine Sichtweise jedoch zur Wahrheit erhoben wird,
dann wird sie zum Dogma.

Was ist wirklich wissenschaftliche Erkenntnis?
Was ist in Wirklichkeit nur Dogma?
Diese Frage müssen wir uns nicht nur in der Informatik immer wieder stellen.

Programmierer

Steve Jobs: „Jede/r in unserem Land sollte lernen,
wie man einen Computer programmiert …
weil es auch eine strenge Schule des Denkens ist.“

Das Video „Computer Programming | A short interesting film

https://www.youtube.com/watch?v=OWsyrnOBsJs

zeigt jedoch, dass Kinder zu dem Beruf des Programmierers
keine Beziehung aufbauen. Wie sollten sie auch?!

Mark Zuckerberg: „Bei der Programmierung
kann man völlig Neuartiges erschaffen – aus dem Nichts heraus.
In welchem anderen Beruf kann man das schon?“

Wer kann mit so großer Freiheit schon umgehen?
Wer fühlt sich mit so großer Freiheit wohl?

In unseren Schulen wird gelehrt,
welche Reduktionismen es gibt
und wie man damit umgeht,
nicht aber Freiheit.

Niklas Luhmann: „Was ist Gesellschaft?
Gesellschaft ist ein Codex von Regeln zur Wahrnehmungsreduktion.“

Genau dieser Codex wird gelehrt.

Wer bestimmt den Codex?
Diejenigen, die mit der Freiheit umgehen können
und das Glück haben,
zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle zu sein.

Digitale Chancen

Durch die Digitalisierung entsteht ein neuer Wirtschaftsraum mit neuen Chancen für Start-Ups, für neue Geschäftsideen, für Menschen, die eigentlich sonst keine Chance bekämen.

Heute.de brachte eine beeindruckende Reportage über „Das digitale Loch in der Gaza-Blockade“: Selbst in einer Gegend, in der das Leben extrem hart ist, „die Versorgung nahezu unmöglich, Geld verdienen eigentlich ausgeschlossen“: Selbst dort eröffnet das Internet Chancen für Start-Ups, für neue Geschäftsideen, für Menschen, die eigentlich sonst keine Chance bekämen. Beispiel ist die IT-Firma „Unit One“, deren Gründer selbstbewusst erklären „Wir arbeiten, um wie Google zu werden“.

Das ist Selbstbewusstsein, das ist Mut, ohne den man kein Unternehmen gründen kann. Der Erfolg gibt den Gründern Recht: Die Firma schreibt heute schwarze Zahlen, hat nun 10 Stellen neu ausgeschrieben und will bis 2016 auf 60 Angestellte expandieren, so Heute.de.

Darum geht es in der IT-Bildung: Mut zu machen, Ideen für Start-Ups und für neue Geschäftsmodelle zu generieren und die Voraussetzungen für deren Umsetzung bereit zu stellen.

Darum geht es in der IT-Infrastruktur: Jedem eine Chance zu geben, seine Geschäftsideen zu verwirklichen. Dazu darf das Netz die Großen nicht bevorzugen und die Kleinen nicht benachteiligen. Jeder Neuzugang muss die gleiche Chance haben wie die Großunternehmer und „Global Player“.

Die USA legen auf diese „Netzneutralität“ großen Wert und haben sie am 26.2.2015 in der US-amerikanischen Regulierungsbehörde FCC beschlossen.

Europa und vor allem Deutschland sind stark durch die kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU). Jetzt geht es darum, im digitalen Raum Spielregeln zu schaffen, die diese Stärke auch dort bewahrt: Netzneutralität als Basis für KMU-Unternehmertum.

„Bei uns in Deutschland und in der EU denken Politiker leider nicht so weit, sondern setzen eher auf ein Glücksspiel: Sie schenken den Telekommunikationsunternehmen Regulierungsferien und keine Regeln zum Schutz der Netzneutralität in der Hoffnung auf etwas mehr Breitbandausbau. Das geht leider zu Lasten eines offenen Netzes. Wir wollen das ändern!

Dieses Frühjahr entscheiden die Regierungen der Europäischen Union im Rat über mögliche Regeln. Alles, was wir bisher von den Verhandlungen hören geht in die Richtung, dass die Interessen der Telekommunikationsunternehmen geschützt werden.“ schreibt Markus Beckedahl auf change.org und ruft zu einer Petition auf.

Welche Infrastruktur für die digitale Welt eröffnet neue Chancen für Start-Ups und neue Geschäftsideen, so dass junge Leute im Rahmen von KMUs Zukunft gestalten und eigene ebenso wie gesellschaftliche Probleme lösen können?

Auf der Basis des Internets müssen digitale Infrastrukturen geschaffen werden, die eine höhere Partizipationsbreite für digitale Zukunftsgestaltung ermöglicht. Bildung basiert nicht nur auf dem “Information Super-Highway” (Al Gore), sondern auch auf der Infrastruktur eines “Communication Super-Highway“, “Collaboration Super-Highway“ und “Science Super-Highway“, “Internet Economy Super-Highway”, “Shareconomy Super-Highway”, “Participation Super-Highway”, “Digital Civilzation Super-Highway” bei dem es nicht nur auf die Geschwindigkeit der Übertragung ankommt, sondern auch auf die semantische Qualität und Tiefenstruktur der Vernetzung und der Partizipationsmöglichkeiten: Z.B. werden Rohdatensätze mit den aggregierten Auswertungsdatensätzen semantisch verknüpft. Daten werden mit wiss. Artikeln, die diese Daten ausgewertet haben, semantisch verknüpft, so dass Gegenrechungen und Überprüfungen möglich werden oder neue Hypothesen generiert werden können. Unterschiedlichste Datenauswertungsrechenkapazitäten werden als komfortable Web Dienste zur Verfügung stehen. Visualisierungsmaschinen transformieren beliebig komplexe Datensätze in semantisch navigierbare Strukturen. Die Integration schreitet so weit voran, dass der Microsoft-Wissenschaftler Savas Parastatidis von einer “A Platform for All That We Know” spricht. Diese Plattform ist selbstverständlich nicht nur für “Science 2.0” interessant, sondern für Bildung generell. Schulklassen könnten zur Illustration auf aufwändig visualisierte aktuelle Simulationsergebnisse zugreifen und darin interaktiv navigieren, eigene Szenarien ausprobieren, analysieren und – wer weiß – auf ganz andere Lösungsideen kommen als etablierte Wissenschaftler.

Das sind die digitalen Chancen!

Apple hat bereits 1987 eine ähnliche Vision ansatzweise in folgendem Video visualisiert. Vieles, was damals noch Spinnerei war, ist heute bereits Wirklichkeit. Aber eben noch nicht alles. Daher gibt es auch für die jetzige Generation einiges zu tun.