Inklusion in der Bildungsregion Rhein-Sieg-Kreis

4. Bildungskonferenz 12.11.2012 in der Aula der Styler Missionare.


Grußwort: Landrat Kühn berichtete von der Begrüßung mit „Liebe Missionarinnen und Missionare“ und erntete viel Gelächter. Ja, die Inklusion!

Inklusion ist Thema eines Schulrechtsänderungsgesetz in NRW.

Förderschulen haben einen hohen Standard, der auch bei Inklusion in den Regelschulen erreicht werden soll. Gleichzeitig muss die Finanzierung sicher gestellt werden. Oberstes Ziel muss das Wohl des Kindes sein.

Frau Bergkämper-Marks: Die Auflösung der Förderschulen seien kein Ausdruck geringer Wertschätzung, sondern Konsequenz der UN-Konvention zum Thema Inklusion.

Bürgermeister Raetz: Keine Inklusion mit der Brechstange. Keine Qualitätsminderung bei der Förderung der Kinder. Inklusion gebe es nicht kostenlos. Es wird mehr in System und Strukturen gedacht als aus dem Wohl des Kindes heraus. Lasst die Kommunen nicht im Regen stehen. Der Bedarf an Sonderschul-Pädagogen werde durch die neuen Gesetze und Regelungen künstlich herunter gedrückt: Nur 5% der Eltern nehmen das Recht auf Feststellung wahr. Früher waren die Schulen für die Feststellung des Förderbedarfs zuständig. Heute die Eltern. Daraus ergeben sich gravierende Unterschiede in den Zahlen, die aus den neuen Berechnungsmodalitäten resultieren, nicht jedoch aus einer etwaigen gesunkenen Förderquote bei den Kindern. Wenig später wurden die Zahlen des Rhein-Sieg-Kreises vorgestellt, die darauf hindeuten, dass der Förderbedarf bei den Kindern eigentlich steigen würde.

Der eingeladene Keynote-Vortrag von Prof. Dr. Sven Degenhardt, Uni Hamburg, wurde sehr lebendig vorgetragen. Herrn Degenhardt zu erleben, lohnt sich!


Herr Dr. Degenhardt begann mit der Klärung des Plagiatsbegriffs. Sein Vortrag sei ein Spagat zwischen Plagiat und Paraphrase: Die Diskussion um Plagiate vergesse, dass Paraphrase ein geläufiges Mittel in der akademischen Diskussion sei. (Was ist dann Bloggen? Reiseberichte? Berichte über Vorträge …)

Der Keynote-Sprecher wies darauf hin, dass wir bei der Inklusionsdiskussion immer einige Nachbar-Themen im Rucksack der ungelösten Probleme mit uns herum schleppen, z.B. das mehrgliedrige Schulsystem. Wir wollen dort exkludieren und hier inkludieren. Ist das nicht widersprüchlich? Behinderung sei doch ein schärferes Kriterium, nach dem in Zukunft nicht mehr selektiert werden soll, während Begabung ein schwerer feststellbares Kriterium sei, das weiterhin zur Selektion und Exklusion heran gezogen werde.

Der Keynote-Sprecher unterschied weiter verschiedene Arten, mit dem Thema Inklusion umzugehen. Die entsprechenden Menschentypen könne man so klassifizieren:

  • Inklusionsträumer
  • Inklusionsvagabund
  • Inklusionspirat
  • Inklusionsaussitzer
  • Inklusionspragmatiker
  • Inklusions-Ressourcen-Theoretiker


Weitere Stichworte aus seinem hörenswerten Vortrag:

  • Warum die Vielstimmigkeit beim Thema Inklusion? …
  • Warum ist Www.digitale-Schulbücher.de nicht barrierefrei? …
  • Crosskategoriales LSE-Denken muss neu professionalisiert werden…
  • Vor lauter Interdisziplinarität müssen wir uns Sorgen machen, ob wir noch Disziplinarität hinkriegen.
  • Vernetzung führt häufig zu der Erfahrung, dass da zwei sind, die das gleiche machen und dass deshalb einer eingespart werden kann.

Position:Arnold-Janssen-Straße,Sankt Augustin,Deutschland

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