Twitter und Blogs als Wissenschaftsbeschleuniger im Kampf gegen Ehec

In dem Artikel „Ehec müsste eigentlich Eaec heißen“ wird berichtet, wie Twitter und Blogs als Wissenschaftsbeschleuniger im Kampf gegen Ehec wirkten. Zitat: „Nur wenige Tage später, meldeten die Chinesen: Das Erbgut ist entziffert – und machten es online für alle Welt verfügbar. Tatsächlich handelte es sich dabei um Tausende Bruchstücke DNA, die entziffert worden waren. Innerhalb von Stunden begann eine Armada von Forschern die Daten zusammenzufügen, die Sequenz mit denen anderer Erreger zu vergleichen und das ganze über Twitter und Blogs zu verbreiten. „Ich bin völlig überrascht, wie schnell das alles ging“, sagt Rohde. Alle paar Stunden schaue er online, was es Neues gibt.

Das Internet könnte das neue Betriebssystem der Wissenschaft werden. Angesichts der gewaltigen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit ist eine Explosion von wissenschaftlicher Leistungsfähigkeit essenziell. Das geht über den bloßen Bescheunigungseffekt hinaus. Dann wird Quantität jenseits einer gewissen Schwelle zu einer neuen Qualität.

Warum berichten angesichts dieser epochalen Ereignisse Journalisten großer Zeitungen nur über das Negative? Eine Soziologie von Facebook wurde von einem FAZ-Journalisten entworfen in dem Artikel „Eine Soziologie des Facebook“ und kommentiert in dem Blog „Eine Soziologie von Facebook?„, allerdings ausschließlich negativ. Das Potenzial von Web 2.0 wird weder erkannt noch erahnt. Journalisten sehen darin nur Blödsinn und einen Verfall der Sitten. Wenn Facebook mit 100 Milliarden an die Börse geht, wird das nur als Bestätigung verstanden, dass die ganze Welt verrückt geworden ist. Auch wenn die Zukunft eine Facebook-Zukunft ist, schreiben deutsche Journalisten: „Wenn das die Zukunft ist, dann ist es nicht meine Zukunft. Wenn das die Zukunft ist, dann will ich sie nicht erleben.“ So spricht eine vergangene Generation, die sich aus der Mitgestaltung von Zukunft verabschiedet hat.

In einer WDR5-Radiosendung schlug ein Teilnehmer sogar vor, das Wort „Soziale Medien“ zu ersetzen durch „Asoziale Medien“, weil sie gerade das, nämlich soziales Leben, nicht hätten. Auf die Idee, dass hier nicht Altes kopiert, sondern Neues, bisher Unbekanntes geschaffen wird, kamen weder Moderator noch Teilnehmer. Die Abstimmung geschieht jedoch nicht über ideologische Streitgespräche, sondern mit den Füßen: Über 20 Millionen Teilnehmer hat Facebook bereits in Deutschland und über 700 Millionen in der Welt. Das chinesische Pendant heißt Tencent QQ hatte im März 2011 bereits 674 Millionen Teilnehmer. (Facebook ist in China nicht zugelassen.) Zusammen ist die Milliarden-Grenze also schon längst überschritten.

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