Digitalisierung der Hochschullehre

Kurzvideo zur Digitalisierung der Hochschullehre: 4 Thesen und 4 Botschaften von Prof. Dr. Jürgen Handke, Uni Marburg, für die Mitglieder des Ausschusses für Wissenschaft und Kunst (WKA) des Hessischen Landtages in der Sitzung am 22. Januar 2015:

Wichtiges Zitat der ehemaligen HRK- und jetzigen DAAD-Präsidentin Wintermantel: „Die deutschen Hochschulen müssen bei dieser Entwicklung dabei sein, sonst verschwinden sie von der Landkarte.“ Ich würde ergänzen: Nicht nur dabei sein, sondern führend mitgestalten, zu den Besten und zu den Ersten gehören.

Zunächst die 4 Thesen:

  • Digitalisierung ist zum Normalfall geworden. (Mein Kommentar zum Video: Schade nur, dass als Beleg ein Foto eingeblendet wird, das eigentlich abschreckt: Alle starren auf ihr Handy. Die Leute reden nicht mehr miteinander. Wenn das normal ist, stellt sich erneut die Frage: Wollen wir Digitalisierung wirklich? Warum ist es dem Sprecher nicht aufgefallen, dass sich ausgerechnet dieses Foto nicht dazu eignet, Digitalisierung schmackhaft zu machen?)
  • Digitalisierung verbessert die Hochschullehre. (Mein Kommentar: Nicht unbedingt. Es kommt auf den richtigen Einsatz an, wie beim Messer. Nur der zivilisierte Gebrauch bringt Verbesserung. Also muss es korrekter heißen: „Zivilisierte Digitalisierung verbessert die Hochschullehre.“)
  • „Learning is NOT just Video!“ (Mein Kommentar: Richtig. Nur was ist der Grund dafür? Video eignet sich nicht für Alles. Was sind die richtigen Einsatzgebiete? Wo sollte man andere Medien verwenden?)
  • „Didactics MUST drive Technology.“ (Mein Kommentar: Richtig. Leider führt dieser Grundsatz in seiner verabsolutierten Form zu einem technologie-agnostischen Wunschkonzert, bei dem man schnell feststellt, dass die Technologie doch noch nicht so ausgereift ist, dass sie alle Wünsche erfüllen könnte. Daher fühlen sich viele an dieser Stelle in ihrer Technologie-Ablehnung bestätigt und bleiben bei den alten Mitteln. Man muss schon verdammt viel Ahnung vom Technisch-Machbaren haben, um gehbare Wege zu finden. Zum Glück sind wir bei der Suche nicht allein.)

Danach kommen 4 Botschaften:

  • Treiber der Digitalisierung sind die Hochschulleitungen und die Politik, nicht die Studierenden, nicht die Dozierenden.
  • Lehre wird nicht im gleichen Maße wie Forschung, Transfer und Administration wertgeschätzt. Daher ist eine Wertschätzung der Lehre erst noch zu entwickeln.
  • Handke rechnet mit 250.000 € Kosten (Minute 5:19) für die Digitalisierung eines einzelnen Kurses. Das wird zu teuer. Eine Verteilung der Kosten auf viele Schultern ist notwendig.
  • Sorgen Sie für mehr Lehr-/Lerneffizienz. Die Funktionen des Lehrens und Lernens sind grundsätzlich zu ergründen. Alle lieb gewonnenen Konventionen sind in Frage zu stellen.

Auch das Handkesche Video-Format ist interessant: Der Sprecher steht vor seinen Folien wie vor einer Wetterkarte. Sonst sieht man den Sprecher bloß in einem Kasten gefangen in einer Ecke eingeblendet. Das ist primitive Video-Technik, die heute nicht mehr sein muss. Handke macht es uns vor, dass es besser geht.

Auf Apple Mac findet man zur Standardausstattung gehörig die App „Apple Photo Booth„. Unter Effekte findet man in dieser App auch Chromakeying, was häufig auch ohne Blau- oder Grünraum funktioniert: Der Sprecher wird in die Szene hinein gerendert ohne störenden Kasten.

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