Omnisophie in 20 Minuten

Gunter Duecks Philosophie in Kurzfassung:

Gunter Dueck spricht hier von „Wohlgefühl“. Das entspricht der „Selbstheit“ bei Metzinger. Man könnte es auch „Komfortzone“ nennen. Dies macht in jedem Fall einen wesentlichen Teil des Ego-Tunnels aus, d.h. die Art und Weise, wie wir uns selbst wahrnehmen.
wpid-image-2013-01-6-09-35.tiff

Gunter Dueck spricht das Problem der Mitte an, die sich daran orientiert, was „man“ macht und geschätzt 90% unserer Verhaltensanteile ausmacht. Diese Mitte ist sehr konservativ und ändert sich sehr langsam. Als Beispiel nennt er die Landbevölkerung in Ägypten im arabischen Frühling. Gute Ansätze scheitern an der Trägheit dieser Masse.
wpid-1__@__image-2013-01-6-09-35.tiff

Das andere wichtige Problem ist der heutige, allgemeine Trend von links (Intuition, Rechtshirn) über die Mitte (Verstand, Linkshirn) hin nach rechts in seinem Diagramm (Instinkt, Bauchgefühl). Instinkthaftes Handeln ist nicht intuitives Handeln und wird leider damit häufig verwechselt. Wie lauten die modernen Managerseminare? Bauchentscheidungen: Man soll nicht so lange nachdenken, sondern aus dem Bauch heraus handeln. Dieser fatale Trend ist damit gemeint. Die Finanzkrise ist ein Ergebnis.

Duecks Philosophie kennt also Bauch, Kopf und Intuition. Was fehlt ist Herz, was er in seinen mündlichen Erläuterungen der Intuition zugerechnet hat … Typisch Mathematiker! … Außerdem meine ich, dass die x-Achse falsch beschriftet ist mit „Lebensintensität“: Man kann auch sehr intensiv in der Intuition oder im Verstand leben. Instinkthaftigkeit steigert nicht unbedingt die „Lebensintensität“. Es ist eben nur die Intensität des instinkthaften Lebens, das mit der Instinkthaftigkeit intensiviert wird.

Intuition würde ich auch nicht so einfach mit Rechtshirn gleich setzen. Der Verstand ist im Wesentlichen ein Automatisierungsorgan und das Rechtshirn ist zu einem großen Anteil der Sitz des Automatisierten. Automatisierte Aktionen und Reaktionen aus dem Rechtshirn erscheinen uns „wie aus dem Himmel gefallen“, sind manchmal jedoch einfach nur dort einprogrammiert. Das Automatisierte darf nicht mit Intuition verwechselt werden.

Da fällt mir (intuitiv?) Habermas ein: „Das Projekt der Aufklärung ist noch nicht vollendet.“ Oh nein. Manchmal zeigen sich auch gegenläufige Trends und die Gesellschaft entfernt sich auch wieder davon, siehe letzter Blogeintrag Phase 2: Konsolidierung. In dem großen Menschheitsprojekt der Aufklärung geht es nicht wirklich darum, einen signifikanten Anteil der Menschen aus dem Bauch in den Kopf zu bekommen, sondern aus der Unwissenheit und Unbewusstheit zum Wissen und zur Bewusstheit, egal ob es um Bauch-, Herz- oder Kopf-Wissen oder gar Intuition geht. Wer kann schon differenzieren, woher ein Impuls, ein Gedanke stammt, aus dem Bauch, aus dem Herzen, aus dem Kopf oder aus der Intuition? Jeder kann für sich sehen, wie viel Wissen und Bewusstheit hier vorhanden sind oder auch nicht.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Internet, Lehre, Studium abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.