Qualitätsentwicklung

In dem Webauftritt von Prof. Binner habe ich folgende Charakterisierung des Qualitätsauftrags gefunden: „Das Ziel ist die erfolgreiche, nachhaltige, praxisnahe und professionelle Kompetenz- und Know-how-Vermittlung von Strategien, Methoden, Modellen und Konzepten zur effizienten, effektiven, flexiblen und individuellen:

  • Qualifizierung von Menschen,
  • Verbesserung von Prozessen,
  • Weiterentwicklung von Organisationen und
  • Implementierung eines Wissensspeichers.“

Damit zeigt sich der Zusammenhang von Qualitätsentwicklung zur Personal-, Prozess-, Organisations- und Wissensentwicklung. Was hier ein bisschen zu kurz kommt, ist ein Punkt, den ich noch hinzufügen möchte:

  • IT-Entwicklung

Erst in dieser Breite und umfassenden Sicht macht Qualitätsentwicklung Sinn. Aber dann kommt der Manager und will Qualitätsmanagement daraus machen. Dann müssen Kennzahlen her, denn wie soll man sonst wissen, ob man sich zum Besseren verändert. Am Besten nur eine Kennzahl! Und die muss optimiert werden. Management braucht Einfachheit. Wie sonst sollte man QM bei so vielen betroffenen Menschen durchsetzen?

Gunter Dueck schreibt dazu in seiner Kolumne im Informatik-Spektrum (34) 2-2011 unter der Überschrift „Neurotisierende Optimierung“: „Konzepte mit einer so einseitigen Ausrichtung sind generell bei Neurotikern zu beobachten.“ Damit weist er deutlich auf den Unterschied zwischen Einfachheit und Einseitigkeit.

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CAP-Theorem

CAP steht für Consistency, Availability, Partition tolerance, also Konsistenz, Verfügbarkeit und Partitionstoleranz. Es begann mit einer Vermutung von Eric Brewer im Jahre 2000. Zu einem Theorem wurde es erst 2002 durch den Beweis der Vermutung durch Gilbert und Lynch. Das Theorem besagt, dass man nicht alle drei gleichzeitig haben kann, also C, A und P.

Das hat Konsequenzen für moderne Anwendungen, die immer stärker ins Web gehen. Bei hoch-skalierbaren Webanwendungen müssen wir uns entscheiden zwischen Daten-Konsistenz und hoher Verfügbarkeit. Beides ist nicht in gleichem Maße zu maximieren. Also machen wir entweder eine transaktionsorientierte Konten-Verwaltung, bei der der Kunde auch schon mal ab und zu warten muss, bis er dran ist, oder eine Web 2.0-Anwendung, in der immer alle gleichzeitig bedient werden, allerdings ohne die Garantie, dass alle das Gleiche auf dem letzten Stand, d.h. das aktuell Richtige sehen.

Noch abstrakter gesprochen, müssen wir uns entscheiden zwischen Sicherheit und Lebendigkeit. Wollen wir die Sicherheit einer Konten-Verwaltung einer Bank oder die Lebendigkeit einer Web 2.0-Anwendung?

Amazon sagt, ein Zehntel Sekunde zusätzliche Verzögerung auf ihrer Webseite koste sie 1% Umsatz. Google hat festgestellt, eine zusätzliche halbe Sekunde Wartezeit koste sie ein Fünftel der Kundschaft.

Pure Wirtschaftlichkeitsargumente führen daher zu einer Bevorzugung der Lebendigkeit einer Web 2.0-Anwendung. Ausreichende Sicherheit bekomme man dann auch noch durch kluges Design (Ajax, Interaktionsstruktur, Navigationsstruktur, …) hin, so Julian Browne.

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Selbstbestätigungsvorliebe

In seinem Artikel „Learning from Noise“ beschreibt Kollege Martin E. Müller an einem Beispiel sehr schön die Selbstbestätigungsvorliebe (Bestätigungsfehler oder confirmation bias), die uns härter arbeiten lässt, wenn es nicht funktioniert, anstatt das Nicht-Funktionieren zu verstehen, die Wurzel-Ursache zu ergründen und zu beseitigen – oder gar die Unmöglichkeit des Unterfangens zu durchschauen: Aus Rauschen kann man kein Signal extrahieren. Das ist schlichtweg unmöglich.

Aber wann liegt es am Rauschen und wann an meiner ungenügenden Wahrnehmung oder Untersuchungsmethode? Begriffssysteme wirken wie Linsensysteme. Tauscht man sie aus, werden unterschiedliche Dinge scharf gestellt und damit wahrnehmbar. Was sich bei dem einem System als Rauschen oder Nebel darstellt, erscheint bei dem anderen System klar und deutlich umrissen als Signal oder Objekt. Niklas Luhmann weist deutlich auf die Ubiquität dieses Phänomens hin, indem er erklärt: „Was ist Gesellschaft? Gesellschaft ist ein Codex von Regeln zur Wahrnehmungsreduktion.“ Das ist keine Ideologie oder gar ein Vorwurf an die Gesellschaft, sondern eine simple systemische Tatsache: Endliche Systeme mit endlichen Ressourcen brauchen Reduktion. Gleichzeitig erzeugt dies Selbstbestätigungsvorliebe, Einseitigkeit und Blindheit.

Kaum eine andere Wissenschaft hat sich wie die Informatik mit der Unmöglichkeit beschäftigt: Nicht-Berechenbarkeit, Unentscheidbarkeit, NP-Vollständigkeit, Informationstheorie, usw.  Es gibt Grenzen. Grenzen des Denkens. Grenzen der Machbarkeit. Wissenschaft wird meistens verstanden, über Grenzen hinaus zu gehen. Informatik deutet auch auf die andere Seite der Medaille: Es gibt auch absolute Grenzen, über die weder Wissenschaft noch härtere Arbeit hinaus führen.

Die Selbstbestätigungsvorliebe kommt vielfach im Alltag vor: Wenn wir uns impulsiv aus dem Bauch heraus entschieden haben, schauen wir einseitig auf die Dinge und sehen nur noch das, was unsere Vorlieben und unsere Entscheidung bestätigt. Wir schauen nicht mehr unvoreingenommen auf die Sachlage. Das macht uns einseitig und blind. Blind für das, was unsere Entscheidung in Frage stellt. Und blind für die Wurzeln des Impulses, aus dem die Entscheidung entsprungen ist.

 

 

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Zukunft des Lernens

Die Uni Frankfurt bietet 2011 den OpenCourse „Zukunft des Lernens“ mit folgenden Worten an:

Ein OpenCourse ist vernetztes Lernen. Die Infrastruktur des OpenCourses ist offen und dezentral. Wir als Gastgeber bieten einen Anlaufpunkt und eine Agenda im Netz, organisieren Live-Sessions mit Experten und fassen Beiträge, Kommentare und Diskussionen zusammen. Sie als Teilnehmer lesen, kommentieren, stellen Fragen, diskutieren, „spinnen“ Ideen weiter. Sie tun das dort, wo Sie zu Hause sind: Ihr eigener Blog? Ein Facebook-Profil oder ein Twitter-Kanal? Wunderbar! Ansonsten ist ein OpenCourse die ideale Gelegenheit, sich mit diesen Werkzeugen vertraut zu machen. „Tags“ und RSS-Feeds sorgen dafür, dass keine Beiträge im Netz „verloren“ gehen.

Der OpenCourse ist offen! Jede/r kann teilnehmen!

Das ist kein Kurs, auch kein Online-Kurs, sondern ein MOOC:

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Gute Lehre

Die neue HRK-BroschüreGute Lehre“ ist heraus gekommen. Sie beginnt mit den Worten:

Mitdenken

Eine der Voraussetzungen für gute Lehre: Bestehendes hinterfragen und neue Wege suchen. Manche vermeintlich kleine Veränderungen haben das Zeug zu richtungsweisenden Innovationen.

Was ist hier nun gemeint? Lehren oder Lernen? Oder könnte es vielleicht sein, dass die besten Lehrenden diejenigen sind, die selber noch lernfähig bleiben?

 

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Adobe Connect

e-teaching.org führt regelmäßig Webcasts mittels Adobe Connect durch. Die Liste der  Veranstaltungen findet man unter communityevents

Antworten auf technische Fragen finden Sie in der Hilfe zur
Verwendung von Adobe Connect unter connect_howto.

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Hilfreicher Selbstbetrug

Ein kleiner Mensch namens Bonsai hat mal wieder einen schweren Migräne-Anfall, stellt aber mit großem Bedauern fest, dass er keine Medikamente im Haus hat. Er hat aber vom Placebo-Effekt gehört und versucht es mal damit: Er macht sich ein Glas Wasser, tut so, als ob er eine Tablette darin auflösen würde, wartet ein bisschen und trinkt. Erstaunlich, was dann passiert: Nach einer halben Stunde ist der Migräne-Anfall vorbei, als ob das Wasser ein echtes Medikament enthalten hätte. Nach seinem Entdecker nennen wir diesen Effekt den „Bonsai´schen Placebo-Effekt„.

Der Verstand kann offensichtlich den Körper inklusive Fühlkörper überlisten. Der Glauben daran vermittelt dem Menschen eine Art Realität. Die individuelle Realität ist durch Placebos veränderbar.

Solange ein Augenzwinkern dabei bleibt, ist alles in Ordnung.

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Lernmotto

Was könnte das Motto des Lernens heute sein?

  1. Kapieren statt Kopieren!“ Viel zu viel Zeit wird noch auf Kopiervorgänge verwendet. Die Priorität muss aber beim Kapieren liegen.
  2. „Habe den Mut, Deinen eigenen Verstand öffentlich zu gebrauchen und zu vertreten, was Dir klar geworden ist.“ Das war schon das Motto Kants und der Aufklärung und gilt heute mit leicht veränderten Akzenten mehr denn je. Gegenüber Kant ist neu hinzu gekommen „öffentlich„, „vertreten“ und „klar„:  „öffentlich“ deutet auf den Blogger-Imperativ „Du sollst bloggen!“, „vertreten“ auf den Standpunkt, der vertreten wird und „klar“ auf die Quelle. Noch Einstein sagte „Ein Standpunkt hat einen Horizont mit dem Radius Null“ und wendete sich damit gegen das Vertreten eines Standpunktes, gegen die Borniertheit, gegen das Nicht-Lernen, gegen mangelnde Offenheit. Diese Einsicht Einsteins relativiert sich nun.
  3. Der dritte Punkt hat etwas mit Reife zu tun. Die aktuellen Diskussionen (Gunter Dueck auf der re:publica und in der Financial Times Deutschland) weisen deutlich in Richtung Persönlichkeitsentwicklung. Arbeitgeber wollen reife Persönlichkeiten als Arbeitnehmer einstellen, die über entsprechende Selbst-, emotionale und soziale Kompetenzen verfügen. Offen bleibt in den meisten Diskussionen jedoch nur, welches Reifemodell, welches Persönlichkeitsmodell gemeint sein könnte.
  4. Lebenslanges Lernen heißt die Lernfähigkeit bis ins hohe Alter zu erhalten. Lernfähigkeit ist in der neurologischer Sicht nach Manfred Spitzer die Neuroplasizität (auch synaptischen Plastizität), also die Flexibilität, mit der das Gehirn neue Verbindungen eingehen kann. Mit dem Alter ändert sich das Gehirn aber gewaltig, so dass wir wieder beim dritten Thema, Reife, wären.

 

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Video einbetten

Einbettung mit Object-Tag

Die Einbettung von TED-Videos klappte zunächst nicht so richtig. TED sagte mir, in WordPress müsse ich nur (ted id=1110) eingeben und WordPress sei intelligent genug, um das richtige Video zu finden und einzubetten. Stattdessen wurde aber nur der String „(ted id=1110)“ selbst gezeigt. So einfach funktioniert das aber bei mir nicht. Fehlt mir ein Plugin?

Als Link geht es, siehe: Eric Whitacre Choir on Youtube

Für eingebettete Videos fehlt offenbar noch etwas. Aber was? Aha, als admin sehe ich unter Einstellungen – Schreiben – Formatierung die Option „WordPress soll falsch verschachteltes XHTML automatisch korrigieren.“. Diese war eingeschaltet. Wenn ich sie ausschalte, dann – Voilà – dann zeigt sich das Video in voller Schönheit:

Nun aber zum Inhalt des Videos selbst, das ich einbetten wollte:

TED: „In einem bewegenden und unglaublich erfolgreichem Video, dirigierte Komponist Eric Witacre im letzten Jahr einen virtuellen Chor aus Sängern aus der ganzen Welt. Er spricht über die kreativen Herausforderungen einer You Tube- unterstützten Musikproduktion und enthüllt die ersten 2 Minuten seines neuen Werkes „Sleep“, mit einem Videochor von 2052. Das gesamte Stück hat Premiere am 7. April (ja, bei You Tube!).“

Auf dem Frawadis-Blog liest man dazu: „Jochen Robes hat mich in seinem Weiterbildungsblog auf das beeindruckende Video „Thoughts on Connectivism“ von Debbie Kroeker auf vimeo aufmerksam gemacht. Es beginnt mit dem kompromisslosen Satz von George Siemens: „Have you ever thought about how completely irrelevant structured learning is?“ und zeigt am Beispiel des grandiosen Chor-Projektes von Eric Whitacre die Kraft, welche hinter (sozialen) Netzwerken stecken kann („Connectivism“).

Video als admin eintragen

Wenn ich den Video-Einbettungscode als Benutzer eintrage, erscheint kein Video. Wenn ich dies aber als admin mache, wird das Video korrekt angezeigt. Also scheint es eine Frage der Rechte zu sein?

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Google Maps Plugin

Google Maps Plugin installiert. Im Editor gibt es jetzt zusätzlich den „Add Map“-Button, der folgendes Ergebnis produziert:
[map id=“1″]
Und siehe da: Der AStA ist schon da!

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